Professionelles Fremdkapitalmanagement als zentraler Werttreiber

Professionelles Fremdkapitalmanagement als zentraler Werttreiber

In Zei­ten wirt­schaft­li­cher Kri­sen, einer dro­hen­den Deglo­ba­li­sie­rung und den davon beding­ten stei­gen­den Stück­kos­ten und zuneh­men­der Wett­be­werbs­in­ten­si­tät schei­nen die ope­ra­ti­ven Stei­ge­rungs­po­ten­tia­le vie­ler Unter­neh­men in Euro­pa vor­erst aus­ge­reizt. Es wird des­halb umfas­sen­de Anstren­gun­gen benö­ti­gen, um die ope­ra­ti­ven Ren­di­ten auf einem ähn­li­chen Niveau wie bis­her zu hal­ten. Hier­für sind neben umfas­sen­den Inves­ti­tio­nen in For­schung und Ent­wick­lung sowie der Moder­ni­sie­rung der Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tä­ten auch wei­ter­hin Kos­ten­sen­kungs­pro­gram­me not­wen­dig. Aller­dings wird es zuneh­mend schwie­ri­ger, durch Kos­ten­sen­kun­gen im ope­ra­ti­ven Bereich nen­nens­wer­te und nach­hal­ti­ge Ein­spa­run­gen zu erzie­len, wel­che sich einer­seits spür­bar im Ergeb­nis nie­der­schla­gen, jedoch ande­rer­seits kei­ne Qua­li­täts­ein­bu­ßen zur Fol­ge haben.   

Eine Stei­ge­rung der Unter­neh­mens­er­geb­nis­se wird im kom­men­den Jahr­zehnt des­halb vor­wie­gend durch die Sen­kung der Finan­zie­rungs­kos­ten ermög­licht. Die nach­hal­ti­ge Sen­kung der Finan­zie­rungs­kos­ten weist gegen­über den „klas­si­schen“ Kos­ten­sen­kungs­pro­gram­men 3 wesent­li­che Vor­tei­le auf:

  • Ers­tens ist die Sen­kung der Finan­zie­rungs­auf­wän­de nicht mit dro­hen­den Qua­li­täts­ein­bu­ßen der vom Unter­neh­men erzeug­ten Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen ver­bun­den. Nach­hal­ti­ge Image­schä­den eines Unter­neh­mens, wie bei­spiels­wei­se der nach dem berüch­tig­ten Man­ger José Igna­cio López benann­te „López-Effekt“, sind nicht zu befürch­ten.

  • Zwei­tens sind zur Durch­set­zung von Kos­ten­ein­spa­run­gen im Finan­zie­rungs­be­reich im Gegen­satz zum ope­ra­ti­ven Bereich kei­ne inter­nen Wider­stän­de zu über­win­den, da die Sen­kung der Finan­zie­rungs­kos­ten nicht mit dem Abbau von Arbeits­plät­zen oder der Redu­zie­rung von Vor­tei­len der Beleg­schaft ein­her­geht.

  • Drit­tens sind Kos­ten­sen­kun­gen der Finan­zie­rungs­auf­wän­de groß­vo­lu­mig und schla­gen sich unmit­tel­bar in einem spür­bar ver­bes­ser­ten Unter­neh­mens­er­geb­nis nie­der. Geht es im ope­ra­ti­ven Bereich oft­mals um klein­tei­li­ge Spar­maß­nah­men, wel­che zudem hohe Manage­ment­ka­pa­zi­tä­ten bin­den, kön­nen im Finanz­be­reich durch eine win­zi­ge Reduk­ti­on des Zins­auf­wan­des gro­ße Sum­men ein­ge­spart wer­den. Ein Unter­neh­men, wel­ches in der Lage ist, eine Anlei­he oder einen Schuld­schein nur um einen Basis­punkt, also einem Hun­derts­tel eines Pro­zen­tes (0.01%) zu sen­ken, spart allei­ne dadurch 350.000€ an Finanzierungsaufwänden.[1]

Pro­fes­sio­nel­les Fremd­ka­pi­tal­ma­nage­ment wird des­halb in den nächs­ten Jah­ren ver­stärkt in den Manage­ment­fo­kus rücken, zumal sich nur dadurch wesent­li­che Ver­bes­se­run­gen des Unter­neh­mens­er­geb­nis­ses errei­chen las­sen. Die gute Nach­richt ist, dass sich dadurch die Ergeb­nis­se unter wesent­lich gerin­ge­ren Ein­mal­kos­ten sowie inter­nen Wider­stän­den nach­hal­tig stei­gern las­sen, ohne dass dadurch eine Ver­schlech­te­rung der Pro­dukt­qua­li­tät ris­kiert wird. 


[1] Bei­spiel basiert auf einer Unter­neh­mens­an­lei­he von 500 Mio. € mit einer Lauf­zeit von 7 Jah­ren.